Kohlenmonoxid-Vergiftung beim Shisha-Rauchen vermeiden – So schützt du dich
Shisha rauchen macht Spaß – keine Frage. Doch eine unsichtbare Gefahr lauert bei jeder Session: Kohlenmonoxid (CO). Das geruchlose, farblose Gas entsteht bei der Verbrennung von Shisha-Kohle und kann in geschlossenen Räumen schnell zu lebensbedrohlichen Vergiftungen führen. In diesem Ratgeber erfährst du alles über die Risiken, Symptome und vor allem: wie du dich und deine Gäste effektiv schützt.
Was ist Kohlenmonoxid und warum entsteht es beim Shisha-Rauchen?
Kohlenmonoxid ist ein giftiges Gas, das bei der unvollständigen Verbrennung kohlenstoffhaltiger Stoffe entsteht. Shisha-Kohle – egal ob Naturkohle oder Schnellzünder – verbrennt Holzkohle oder pflanzliche Materialien. Dabei wird zwangsläufig CO freigesetzt, besonders wenn:
- Die Verbrennung nicht vollständig ist (schlechte Luftzufuhr)
- Die Kohle in einem schlecht belüfteten Raum brennt
- Mehrere Wasserpfeifen gleichzeitig in Betrieb sind
- Die Shisha lange betrieben wird
Das Tückische: CO ist absolut geruchlos und farblos. Ohne technische Hilfsmittel ist es völlig undetektierbar – man merkt eine Vergiftung erst, wenn es oft schon zu spät ist.
Wie gefährlich ist Kohlenmonoxid wirklich? Die Zahlen sprechen für sich
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat wiederholt auf die CO-Gefahr beim Shisha-Rauchen hingewiesen. Studien zeigen: In geschlossenen Shisha-Bars oder privaten Räumen kann die CO-Konzentration innerhalb kurzer Zeit auf gefährliche Werte ansteigen.
Zum Vergleich: Die gesundheitliche Richtwert-Grenze der WHO liegt bei 25 ppm (parts per million) für 1 Stunde. In schlecht belüfteten Shisha-Bars wurden Werte von 100–400 ppm gemessen – das Vier- bis Sechzehnfache des Grenzwerts.
| CO-Konzentration (ppm) | Einwirkdauer | Wirkung |
|---|---|---|
| 35 ppm | 8 Stunden | Kopfschmerzen, Schwindel |
| 200 ppm | 2–3 Stunden | Starke Kopfschmerzen, Übelkeit |
| 400 ppm | 1–2 Stunden | Lebensbedrohlich, Bewusstlosigkeit möglich |
| 1600 ppm | 20 Minuten | Tod möglich |
| 6400+ ppm | 1–2 Minuten | Tod |
Symptome einer Kohlenmonoxid-Vergiftung erkennen
Die Symptome einer CO-Vergiftung werden häufig mit anderen Beschwerden verwechselt – was die Gefahr noch größer macht. Typische Zeichen einer Vergiftung:
Leichte Vergiftung (30–50 ppm)
- Dumpfe Kopfschmerzen (besonders an der Stirn)
- Leichter Schwindel
- Leichte Übelkeit
- Müdigkeit und Konzentrationsprobleme
Mittelschwere Vergiftung (50–150 ppm)
- Starke, pulsierende Kopfschmerzen
- Übelkeit und Erbrechen
- Sehstörungen
- Herzrasen, Atemnot
- Muskelschwäche
Schwere Vergiftung (150+ ppm)
- Verwirrtheit und Desorientierung
- Ohnmacht und Bewusstlosigkeit
- Krampfanfälle
- Herzrhythmusstörungen
- Im schlimmsten Fall: Tod
Wichtig: Wenn mehrere Personen gleichzeitig ähnliche Symptome zeigen, ist das ein eindeutiges Warnsignal für CO-Vergiftung. Verlasse sofort den Raum und ruf den Notruf (112)!
Warum trifft es Shisha-Raucher besonders häufig?
Im Vergleich zu anderen Quellen wie Gasheizungen oder Kaminöfen hat die Shisha einige Besonderheiten, die das CO-Risiko erhöhen:
- Direktes Einatmen: Beim Shisha-Rauchen wird der Rauch tief eingeatmet – inklusive etwaigem CO
- Lange Sessionen: Eine typische Shisha-Session dauert 1–2 Stunden – deutlich länger als ein Zigarettenzug
- Gesellige Atmosphäre: Man sitzt in gemütlichen, oft schlecht belüfteten Räumen
- Mehrere Pfeifen: In Gruppen oder Bars laufen oft mehrere Shishas gleichzeitig
- Unterschätzte Gefahr: Viele Raucher kennen das CO-Risiko nicht oder unterschätzen es
Risikogruppen: Wer ist besonders gefährdet?
Grundsätzlich ist CO für jeden Menschen gefährlich. Einige Gruppen reagieren jedoch besonders empfindlich:
- Kinder und Jugendliche: Schnellere Atemfrequenz, höhere CO-Aufnahme
- Schwangere: CO schädigt das ungeborene Kind besonders stark
- Ältere Menschen: Eingeschränkte Körperfunktionen, langsamere Erholung
- Herzkranke und Asthmatiker: Bestehende Einschränkungen werden verschlimmert
- Alkohol- oder Drogenkonsum: Verschleiert Symptome, erhöht Risiko von Bewusstlosigkeit
Effektiver Schutz: So vermeidest du CO-Vergiftungen beim Shisha-Rauchen
1. Lüftung ist das A und O
Die wichtigste Maßnahme: Immer ausreichend lüften! Shisha-Rauchen in vollständig geschlossenen Räumen ist gefährlich. Praktische Tipps:
- Fenster dauerhaft auf Kipp oder offen halten
- Türen zwischen Räumen öffnen, um Luftzirkulation zu ermöglichen
- Im Sommer bevorzugt draußen rauchen (Balkon, Garten, Terrasse)
- Nie in Kellern, Garagen oder kleinen Badezimmern ohne Fenster rauchen
2. CO-Melder: Dein unsichtbarer Lebensretter
Ein CO-Melder ist bei regelmäßigem Shisha-Rauchen in Innenräumen absolut unverzichtbar. Gute Geräte kosten zwischen 20 und 60 Euro und können Leben retten. Achte auf folgende Features:
- Zertifizierung nach DIN EN 50291
- Digitale CO-Anzeige (nicht nur Alarm)
- Langer Akku (Lithium-Batterie bevorzugt)
- Bekannte Marken: Kidde, Honeywell, VisorTech, Smartwares
Platziere den CO-Melder in Atemhöhe (nicht an der Decke!), da CO etwa gleich schwer wie Luft ist und sich gleichmäßig verteilt.
3. Kohleanzündung nur im Freien oder am offenen Fenster
Besonders beim Anzünden der Kohle – egal ob per Spiritus, Herd oder elektrischem Anzünder – entsteht viel CO. Entzünde die Kohle immer:
- Am offenen Fenster oder auf dem Balkon
- Nie in geschlossenen Räumen ohne direkte Frischluft
- Bei Naturkohle: Elektrischer Herd oder spezieller Kohleanzünder ist sicherer als offene Flamme
4. Session-Dauer begrenzen
Je länger die Session, desto mehr CO reichert sich im Raum an. Empfehlungen:
- Maximum 60–90 Minuten pro Session in Innenräumen
- Zwischen Sessions Raum mindestens 15 Minuten komplett durchlüften
- Bei mehreren Shishas gleichzeitig: Noch kürzer, noch mehr Lüftung
5. Auf Warnsignale achten
Auch ohne CO-Melder gibt es Hinweise: Wenn du oder Gäste während einer Session plötzlich Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit bekommen, sofort alle nach draußen und frische Luft schnappen!
Was tun bei Verdacht auf CO-Vergiftung?
Wenn du eine CO-Vergiftung vermutets, handele sofort:
- Raus an die frische Luft! Verlasse sofort den Raum
- Notruf 112 anrufen – auch bei leichten Symptomen
- Türen und Fenster öffnen – aber nicht auf eigene Faust zurückgehen
- Bewusstlose Person: Stabile Seitenlage, weiter auf Atmung achten, nicht allein lassen
- Atemstillstand: Sofortige Reanimation beginnen
Im Krankenhaus wird CO-Vergiftung mit hochdosigem Sauerstoff behandelt. Schwere Fälle kommen in die Druckkammer (hyperbare Oxygenierung). Deshalb: Nie Symptome „aussitzen“ – sofort Hilfe holen!
Rechtliche Aspekte: CO-Melder-Pflicht in Shisha-Bars
In Deutschland gibt es seit einigen Jahren in mehreren Bundesländern eine gesetzliche CO-Melder-Pflicht für gewerbliche Shisha-Lokale. Nach mehreren Todesfällen in Shisha-Bars haben unter anderem Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg entsprechende Regelungen eingeführt.
Auch wenn für Privatpersonen keine gesetzliche Pflicht besteht: Aus moralischer und sicherheitstechnischer Sicht ist ein CO-Melder zuhause beim Shisha-Rauchen ein absolutes Muss.
Mythen und Irrtümer rund um CO und Shisha
Mythos 1: „Naturkohle ist sicher, nur Schnellzünder sind gefährlich“
Falsch. Beide Kohlearten produzieren CO. Schnellzünder enthalten zusätzliche Chemikalien, die die Brenngeschwindigkeit erhöhen – aber Naturkohle verbrennt intensiver und länger. Beide sind in geschlossenen Räumen gefährlich.
Mythos 2: „Ich merke es, wenn etwas nicht stimmt“
Gefährlich falsch. CO ist geruchlos, und die Symptome werden oft als Müdigkeit oder „zu viel geraucht“ fehlgedeutet. Viele Vergiftungsopfer haben keine Warnsignale bemerkt, bevor sie das Bewusstsein verloren.
Mythos 3: „Bei einem kurzen Lüften zwischendurch reicht das“
Leider nicht ausreichend. CO verteilt sich gleichmäßig im Raum und baut sich nur langsam ab. Ein kurzes Lüften reduziert die Konzentration, reicht aber bei langen Sessions nicht aus.
Mythos 4: „Im Auto ist das okay, da kommt ja Frischluft rein“
Nein! Shisha-Rauchen im Auto ist extrem gefährlich. Die Belüftung eines fahrenden Autos reicht nicht aus, CO zu verdünnen. Es gibt Berichte über Todesfälle genau durch dieses Verhalten.
Fazit: Shisha genießen – aber sicher!
Shisha-Rauchen muss keine gefährliche Aktivität sein – wenn man die richtigen Vorsichtsmaßnahmen trifft. Die wichtigsten Regeln auf einen Blick:
- ✅ Immer in gut belüfteten Räumen rauchen oder draußen
- ✅ CO-Melder installieren und regelmäßig testen
- ✅ Kohle nur am offenen Fenster oder im Freien anzünden
- ✅ Sessions auf maximal 60–90 Minuten begrenzen
- ✅ Bei Symptomen sofort raus an die frische Luft und Notruf anrufen
- ❌ Niemals in geschlossenen Räumen ohne Lüftung
- ❌ Niemals im Auto
Mit den richtigen Maßnahmen kannst du entspannte und sichere Shisha-Sessions genießen. Dein CO-Melder ist dabei dein bester Freund – investiere in einen guten, er kostet wenig und kann im Ernstfall alles bedeuten.






